27.-29. Mai 2010:

Kafka und Prag. Literatur-, kultur-, sozial- und sprachhistorische Kontexte. Konferenz anlässlich des 80. Geburtstages von Prof. Dr. Kurt Krolop


Veranstalter:

Prof. Dr. Steffen Höhne (Weimar)

Prof. Dr. Marek Nekula (Regensburg)

PD Dr. Milan Tvrdík (Prag)

PD Dr. Klaas-Hinrich Ehlers (Berlin)

Dr. Peter Becher (München)

Goethe-Institut Prag

Franz-Kafka-Gesellschaft Prag

 

Tagungsort: Goethe-Institut Prag,  27.5.-29.5.2010

 

Man muss nicht das Stereotyp vom dreifachen Ghetto Prag bemühen (Pavel Eisner), um auf die vielfältigen kulturellen und intellektuellen Interdependenzen zwischen Deutschen, Tschechen, Slowaken, Juden u. a. in Prag und den Böhmischen Ländern zu verweisen. Tatsächlich bildet Prag seit dem späten 19. Jahrhundert einen kulturellen und intellektuellen Mikrokosmos, in dem sich nicht nur kultur- und wissenschaftspolitische Entwicklungen und Konflikte der gesamten Habsburger Monarchie fokussieren, sondern in gewisser Weise verkörpert Prag die Phänomenologie eines Typus der ostmitteleuropäischen Kulturstadt, die zwischen 1938/39 und 1945 untergegangen ist.

Aufgrund der „multikulturellen“ Determinanten finden sich in Prag besondere Voraussetzungen für intellektuell-künstlerische Diskurse und Kontexte, die ihre prägende Bedeutung nicht nur auf die Stadt, sondern auf die Böhmischen Länder bzw. die Tschechoslowakei, aber auch über Habsburg hinausgehend auf Zentraleuropa insgesamt entfalten konnten.

Hier möchte die Tagung ansetzen und insbesondere – von Franz Kafka ausgehend – die interdependenten eigen- und fremdkulturellen Diskurse, Konstrukte und Kontexte in den Blick nehmen: Wie verlaufen Identitätsbehauptungen über (nationale) Konstruktionen von Literatur, Kunst und Wissenschaft und wie werden nationalkulturelle Eigenständigkeit, Gleichberechtigung und Dominanz akzentuiert? Wie verändern sich Selbst- und Fremdkategorisierungen? Welche Kontinuität und welchen Einfluss besitzen die historischen ethnischen Stereotype und Klischees? Welche Rolle spielen neobohemistische, utraquistische Traditionen, auch im Sinne kultureller Wettbewerbe? Dies sollen einige der leitenden Fragestellungen sein, denen sich die Tagung zu Ehren des Jubilars widmen möchte.

 

Anmeldungen für Beiträge (Arbeitstitel) bitte bis zum 15.9.2009 an Steffen Höhne steffen.hoehne@hfm-weimar.de